Symposium 2017

Das 17. Symposium des Humboldt-Forums Wirtschaft mit dem Titel „Soziale Marktwirtschaft 2.0“ findet am 16. und 17. Mai 2017 statt. „Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Unsere Werte müssen sich auch im Zeitalter von Globalisierung und Wissensgesellschaft behaupten.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte dies 2005 in einer Grundsatzrede zum 60. Gründungstag der CDU. Doch wie behauptet sich unsere Idee der Sozialen Marktwirtschaft in einer Welt, die in einer enormen Transformation ist? Wie verstehen wir Soziale Marktwirtschaft in dem Kontext dieser hochentwickelten, globalisierten Welt?

Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack prägten den Begriff der Sozialen Marktwirtschaft nach den politischen Erschütterungen und dem Weltkrieg Mitte des 20. Jahrhunderts. Die neue Wettbewerbsordnung war zugleich eine freiheitliche Gesellschaftsordnung. Die Prinzipien dieser Ordnungen begrenzen freie Märkte, damit der Staat auf freien Märkten selbst nicht mehr eingreifen muss.

In der bundesrepublikanischen Geschichte wurden die ordoliberalen Prinzipien immer wieder an die gesellschaftliche und wirtschaftliche Realität angepasst. Dies äußerte sich in Einschränkungen der Eigentums-,

Gewerbe-, Konsum- und Vertragsfreiheit zu Gunsten von sozialpolitischen Zielen, wie dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger in ungleichen Machtgefügen und vor gesund- und sicherheitsrelevanten Problemstellungen. Ein elementares Objekt der Sozialpolitik ist der Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die Gestaltung des Arbeitsmarktes. Für diesen muss mit der Digitalisierung einer globalisierten Welt von der Politik ein neues Thema besetzt werden.

Mit der Gründung der Bundesrepublik galt die Devise: „Eigentum verpflichtet.“ Es war nicht allein Sache des Staates, soziale Konzepte und Projekte zu entwickeln. Auch Unternehmerinnen und Unternehmer achteten auf einen sozialen Ausgleich. Was bedeutet „Eigentum verpflichtet“ heute noch, wo Internetunternehmen oder Plattformen ohne physisches Kapital arbeiten, Geschäftsmodelle zugleich eine nie da gewesene Skalierbarkeit haben? Was hätten Erhard und Müller-Armack jungen Entrepreneuren geraten? Welche Rolle haben Social Entrepreneurship oder Corporate Social Responsibility für das Erreichen sozialpolitischer Ziele?

Gemäß den Grundsätzen des Humboldt-Forums Wirtschaft soll die Veranstaltung von informativem und meinungsbildendem Charakter sein.