Symposium 2006 – Markt und Staat – Neue Regeln für ein altes Spiel.

Symposium 2006 – Markt und Staat – Neue Regeln für ein altes Spiel.

„Markt und Staat – Neue Regeln für ein altes Spiel“ – das ist in diesem Jahr das Symposi- umsthema des Humboldt-Forums Wirtschaft e.V. (HUFW). Es ist uns eine große Freude, euch heute begrüßen zu können! Wir hoffen auf eifrige Diskussionen mit unseren Referen- ten, unseren internationalen Gästen, mit dem Team und untereinander.

Die Diskussion sollte uns leicht fallen, das Thema Markt ist ohnehin in aller Munde: “It’s the economy, stupid”, Bill Clintons genial-einfache Losung kündigte Anfang der Neunziger einen radikalen Wandel an, der uns heute beschäftigt. Man mag dem ehemaligen US-Präsidenten einiges absprechen, aber wohl kaum den Spürsinn für erotische Themenfel- der. Clinton warb eben nicht mit „mehr Staat“ und auch hierzulande zählen Vertreter solcher Forderungen weder zur politischen noch zur wirtschaftlichen Avantgarde. Tatsächlich ist der Markt präsenter denn je, der Staat zieht sich mehr und mehr zurück. Bis in die 90er Jahre hinein gab es die so genannte Deutsch- land-AG, die durch Konsens und quasi- korporatistisches Miteinander bestimmte Volkswirtschaft. Heute wird der Staat einer- seits durch das europäische Suprastaatswesen EU, andererseits durch die Globalisierung zunehmend infrage gestellt. Dass der National- staat sich deshalb völlig verabschiedet, ist allerdings unwahrscheinlich. Es muss also um neue Regeln gehen, um das alte Spiel zwischen Markt und Staat nicht nur span- nend, sondern auch für möglichst viele Teilnehmer offen zu halten. Um in der Begriff- lichkeit zu bleiben: Wir haben viele internati- onale Top-Spieler als Referenten gewonnen, mit denen ihr Studenten als Mitspieler von morgen hier die Gelegenheit zu wunderbaren Sparrings-Runden haben sollt: Das Spektrum reicht von Dr. Michaele Schreyer, der ehema- ligen Kommissarin der EU für Haushalt, über Prof. Dr. Hans-Georg Petersen, Professor an der Universität Potsdam und Mitarbeiter des DIW Berlin, Dr. Heiner Flassbeck, dem Chef- ökonomen der UNCTAD, bis hin zu Dr. Holger

Schmieding von der Bank of America – um nur einige Namen zu nennen.

Wer organisiert das Spiel? Für das Humboldt-Forum Wirtschaft sind es zum sechsten Mal motivierte Studenten aus unter- schiedlichsten Fachrichtungen: Neben Volks- und Betriebswirtschaftlern besteht unser Team u.a. aus Physikern, Sozial- und Politikwissen- schaftlern. Wir sind nicht nur interdisziplinär, sondern mit Mitgliedern aus der TU, HU,
FU, von der EAP und der UDK auch universi- tätsübergreifend. Jeder hat unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen, was einer vielfäl- tigen, kontroversen Diskussionsrunde zugute kommen sollte.

Dieses Symposium könnte nicht stattfin- den ohne die Unterstützung unserer Sponsoren, unseres Kuratoriums sowie der Universität und der Fakultät. Und da heute nichts ohne gutes Marketing geht, an dieser Stelle auch ein klei- nes Lob an uns selbst: Wie immer wurde diese Veranstaltung von Berliner Studentinnen und Studenten neben dem eigentlichen Studium (und häufig neben anderen Jobs) mit großem Engagement organisiert. Die Vorbereitung des Symposiums war sehr abwechslungsreich – war es die Ausarbeitung des Themas, der neue Entwurf und Aufbau unserer Homepage, die Suche nach Sponsoren, die Presse- und Öffent- lichkeitsarbeit, die Organisation des Symposi- ums, die Ausschreibung und Auswertung des Essaywettbewerbs oder die Umsetzung unserer Internationalisierungsstrategie.

Wir sind zuversichtlich, dass es uns auch in diesem Jahr gelungen ist, unserem Gründungsgedanken gerecht zu werden, indem wir ökonomische Fragestellungen und ihre gesellschaftliche Relevanz interdisziplinär diskutieren.

In diesem Sinne wünschen wir euch viel Vergnügen und erhoffen uns allen wertvol- le Anregungen, anspruchsvolle Diskussionen und neue Erkenntnisse.