Podium: „Wohlstand für Alle“ – Wie können wir Erhards Versprechen halten?

Ob die Ungleichheit in Deutschland wächst oder stagniert, ist unter Ökonomen strittig. Fakt ist, viele Menschen haben das Gefühl, das Versprechen „Wohlstand für Alle” könnte nicht mehr eingehalten werden. In Großstädten können viele Familien nur ihren Lebensunterhalt bestreiten, wenn beide Elternteile arbeiten gehen. Doch was ist der Maßstab für die Wohlstandsdebatte?

Wenn der Kuchen wächst, wird jedes einzelne Stück größer – so Erhards Kalkül. Doch vom Wachstum des Kuchens profitiert zunehmend Kapital mehr als Arbeit. In den letzten Jahren stagnieren die Reallöhne, die Zinsen sind niedrig. Welche Maßnahmen fordern Politiker und Ökonomen für die Mittelschicht? Wie können mehr junge Menschen zu Wohneigentum kommen? Mit welchen Anreizen kann Vermögensaufbau – auch für das Alter – gefördert werden?

Ein weiteres Thema in der Wohlstandsdiskussion ist die soziale Mobilität – die sich immer weniger jungen Menschen eröffnet. Akademikerinnen heiraten oft Akademiker und haben Akademikerkinder. Der technologische Fortschritt – insbesondere auf dem Arbeitsmarkt – hat das Potential, das Land zu spalten: Die Ungleichheit zwischen Stadt und Land manifestiert sich, auch diejenige zwischen dem Bildungsbürgertum und bildungsfernen Schichten. Wie kann trotz dieser Entwicklung die soziale Mobilität erhöht werden? Und welche Rolle spielt die Bildung, von der so oft mehr gefordert wird, in dieser Diskussion?

Das zweite Podium des 17. Ökonomischen Symposiums zeigt, vor welchen Problemen das Versprechen „Wohlstand für Alle” steht. Das Humboldt-Forum Wirtschaft möchte Erhards Denken herausfordern und regt an, neue ordnungspolitische Konzepte zu entwickeln.