Podium: Der Arbeitsmarkt der Zukunft – Wie gestalten wir die digitale Transformation?

Um das beste selbstfahrende Fahrzeug konkurrieren neue Akteure wie Google und Tesla mit alten Konzernen wie Daimler und VW. Die Deutsche Post und Amazon experimentieren mit der Lieferung per Drohne. Solche Entwicklungen könnten Millionen Fahrer und Zusteller arbeitslos machen. Doch die Geschichte hat gezeigt: Langfristig haben auch Kutscher, Heizer und Weberinnen einen neuen Job gefunden.

Seit zweihundert Jahren hat die Technologisierung langfristig mehr Jobs kreiert, als sie vernichtet hat. Warum sollte es dieses Mal genauso sein? Sogar höher qualifizierte Jobs wie der Bankkaufmann werden von künstlicher Intelligenz übernommen. Neue Jobs entstehen nur noch in Kooperation von sehr gut ausgebildeten Leuten, Unternehmen und Forschungseinrichtungen – in begrenzter Zahl und in Metropolregionen. Die Provinz und der einfache Arbeiter bleiben zurück. Aufstiegsversprechen wie das Taxifahren könnte es schon bald nicht mehr geben.

Kann die Soziale Marktwirtschaft noch Antworten auf eine erneute Soziale Frage haben? Wir wollen über eine Soziale Marktwirtschaft 2.0 reden, die der Globalisierung, Digitalisierung und der Wissensgesellschaft gerecht wird. Eine Elite von Unternehmern hat die Technologie und das Kapital, Geschäftsmodelle mit einer noch nie da gewesenen Skalierbarkeit zu bauen. Wie können sie dieses Wissen und Kapital und die daraus entstehenden Gewinne im Sinne Erhards einsetzen?

Die technologische Transformation erfordert neue Lösungen. Wie entschädigt man Arbeiter, die man nicht mehr braucht? Erste Ideen, die diesen Gedanken wieder aufgreifen, sind ein Grundeinkommen, eine Maschinensteuer oder Lohnversicherungen gegen die Digitalisierung und Globalisierung. Welche Rolle kann Fortbildung spielen? Was passiert mit Arbeitern, die sich nicht fortbilden können, wollen oder alt sind? Und ist es ökonomisch, jede Weiterbildungen auch zu zahlen, nur damit Menschen eine Arbeit haben?

Die Debatte soll aktuelle arbeitsmarktpolitische Herausforderungen aufzeigen. Es besteht bei diesem Thema aus Sicht der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Bedarf nach einem ordnungspolitischen Leitbild, das unsere digitale
Zukunft prägen wird.