Bericht zum 2. Startup Hopping

Das Interesse am zweiten Startup Hopping des Humboldt-Forums Wirtschaft e.V. (HUFW) am 3. Mai 2016 war hoch – so hoch, dass die kostenlosen Tickets innerhalb von 24 Stunden weg waren. Eine Gruppe von 30 Studierenden hatte die Chance, drei Berliner Startups als Unternehmen und als Arbeitgeber kennen zu lernen. Der Vortrag einer Venture Capital Firma schloss den Tag ab.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich im Foyer der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und fuhren gemeinsam zu Outfittery, dem ersten Startup. Die Idee für das Unternehmen hatten Anna Alex und Julia Bösch in New York, als ein Freund vom Typ „Shoppingmuffel“ einen Personal Shopper engagierte. Daraus haben Alex und Bösch ein Geschäftsmodell entwickelt.

Heute arbeiten 300 Mitarbeiter im Kreuzberger Loft und in einer Außenstelle in Düsseldorf für Outfittery und verkaufen komplette Outfits an Männer. Recruiterin Jarmila Saurugg führte die Teilnehmer durch die Räume des Startups. Sie tragen Namen, die an Kundentypen oder Regionen angelehnt sind: So heißt ein Besprechungsraum „Vincent“, ein anderer „Uri“.

Im Showroom erklärte Stylistin Vanessa den Teilnehmern des Startup Hoppings den Verkaufsprozess und die Wertschöpfungskette. Männer geben die Bestellung online auf und werden dann von einer Stylistin oder einem Stylisten beraten. Outfittery bemüht sich, dass nicht jeder Kunde das gleiche Outfit erhält. Nach dem Besuch bei Outfittery machte sich die Gruppe auf den Weg zum Ostbahnhof.

Im Haus von Immobilienscout ist eleven55 zuhause. Dieses Startup besteht aus vier Leuten und ist die Nummer drei im Markt für WG-Suchen. Die Atmosphäre im Co-Working-Space von Immobilienscout ist locker, für die Gruppe sind Snackboxen und Getränke bereit gestellt. Gründer Carsten Wagner war unzufrieden mit Plattformen wie wg-gesucht.de und überzeugt, wenn er etwas besser machen kann, als etwas, das schon da ist, ist das ein Versuch wert!

Mit seiner ehemaligen Kommilitonin Natascha Wegelin, auch heute noch im Team, arbeitete er bei einer Partnervermittlung in Hamburg und baute nach Feierabend wg-mates.de auf. Die beiden wurden von Immobilienscout24 angeworben, aus wg-mates.de wurde nok-nok.de und schließlich wg-suche.de. Die Seite läuft fast automatisch, sodass Wagner, Wegelin und ihre zwei Mitarbeiter an weiteren Projekten wie hubble, einer Finanzapp für Haushalte, arbeiten können. Sie wird bald gelauncht und die Teilnehmer des Startup Hoppings hatten einen exklusiven Blick auf die App-Entwicklung, zu der Wagner ausführlich Fragen beantwortete.

Nach der individuellen Mittagspause traf sich die Gruppe wieder in der Klosterstraße. Dort hat number26 seinen Sitz. Zunächst wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen eine Führung durch die Büroräume, die sich über mehrere Etagen erstrecken. Es gibt einige Arbeitsplätze in Glaskästen und Nischen zum Zurückziehen, die das individuelle Arbeiten ermöglichen. Auch bei der Arbeitszeit ist number26 flexibel und die Mitarbeiter treffen sich regelmäßig am Freitagabend in der Küche zum Pizzaessen.

Dann hielt CTO Christian Rebernik für die Teilnehmer des Startup Hoppings einen Vortrag. Er sprach über die Gründung des Startups durch die Wiener Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal im Jahr 2013. Letztes Jahr hatte number26 noch 15 Mitarbeiter, heute arbeiten in dem Startup 140 Leute. Dazwischen ist in einer Series A Runde Star-Investor Peter Thiel bei number26 eingestiegen. Rebernik führte die aktuelle Weiterentwicklung der App vor und skizzierte den Plan, number26 zur ersten Paneuropäischen Bank weiter zu entwickeln. Da dafür auch die Mitarbeiterzahl weiter wächst, empfahl Rebernik den Teilnehmern, sich auf eine Werkstudententätigkeit oder ein Praktikum bei number26 zu bewerben. Mit den intensiven Eindrücken ging es für die Gruppe weiter zur letzten Station des Startup Hopping.

Im hub:raum, dem Inkubator der Telekom, hat sich CP Ventures den Teilnehmern vorgestellt. Die Venture Capital Firma besteht aus drei Leuten, die Geld einer Investoren-Familie in Startups einbringen. Carl-Luis Rieger von CP Ventures sprach über die Arbeit in einer Venture Capital Firma. Das Geschäft ist sehr diskret, aber abwechslungsreich, da er und seine Kollegen zur Bewertung der Startups oder für den persönlichen Kontakt mit Gründern oft die Startups vor Ort besuchen. In einem Vortag gab Rieger ein paar Tipps weiter, die einen Pitch erfolgreich machen. Besonders unter den Studierenden, die eine eigene Idee im Kopf haben oder sich für Entrepreneurship interessieren kam dieser Vortrag zum Abschluss sehr gut an.

Damit endete das zweite Startup Hopping des HUFW. Wir möchten uns auf diesem Weg nochmals bei allen Teilnehmenden, Startups und Unterstützern bedanken! Über Euer Feedback freuen wir uns an startup (at) hufw.de. Für das nächste Semester planen wir schon an einer Wiederholung der Veranstaltung. Seid gespannt!